Ungarn: Szombathelyi, Waldorf Ta´rsas Kör
In der Schule in Szombathely, Ungarn nahmen im Januar 2009 die Klassen 7 bis 11 an den zweiwöchigen Kunstprojekten teil. Hier gab es ein Rahmenkonzept, das alle interdisziplinären Einzelprojekte zu einem Ganzen integrieren sollte. Es hieß: „Im Fluss und am Fluss – Kunstprojekt rund um das Thema ‚Wasser’ und rund um den Fluss Perint”. Der Perint ist ein Flüsschen, das direkt am Schulgelände vorbeifließt. Im Einzelnen gab es – nach einer Einleitung zum Thema Wasser – folgende Projekte:
- 8. Klasse: Mosaik im Treppenhaus; es wurden Strömungsformen des Wassers beobachtet und farbig umgesetzt;
- 9. Klasse: Linolschnitt mit Strömungsformen. Es wurden ca. 120 Einzelblätter in zwei Farben gedruckt und in einer von den Schülern selbst bestimmten Reihenfolge oben an den Wänden des Speiseraums ringsum als Fries angebracht.
- 10. Klasse: Entwurf und Modellbau einer Fußgängerbrücke über den Perint. Dieser Entwurf soll später unter der Leitung eines ins Projekt involvierten Architekten umgesetzt werden
- 11. Klasse: Auseinandersetzung mit den Fließformen, dem Lichtspiel, den Spiegelungen, den Aggregatzuständen des Wassers und der ökologischen Situation des Perint in Foto und Video in individueller Eigenarbeit. Aufbau einer Ausstellung; Einstudierung der Komposition „Perint“, von Friedemann Geisler unter Einbeziehung der realen Geräusche des Flusses; synästhetische Umsetzung dieser Musik in Malerei, der Perint als Motiv für Landschaftsmalerei in Öl und Acryl.
- In der zweiten Woche kamen zwei Theater-Improvisationsprojekte mit Neutralmasken hinzu (7. und 10. Klasse), zu deren Abschluss es ein Straßentheater und zwei schulinterne Aufführungen gab.
Einige Fotoimpressionen aus Ungarn
> Eine Fotoshow der entstandenen Bilder gibt es bei Youtube
Auch in Szombathely begann in der ersten Woche die künstlerische Projektarbeit täglich mit gemeinsamem Chorsingen, bei dem wieder mehrere Lieder z.T. mit Trommelbegleitung einstudiert wurden. Am letzten Tag jeder Woche kamen alle Einzelprojektgruppen zusammen und führten sich gegenseitig ihre Arbeitsergebnisse vor. Abschließend fand eine Aktion mit gefrorenem Flusswasser statt.
Insgesamt waren die Lehrer überrascht über die Selbständigkeit, mit der die Klassen an ihren Einzelprojekten aktiv waren und eigene Ideen entwickelten. Ihre Begeisterung zeigte sich daran, dass sie sogar in ihrer Freizeit an ihren Projekten weiterarbeiteten. Wieder wurde deutlich, wie problemlos auch behinderte und marginalisierte Kinder in das künstlerische Arbeiten einbezogen werden können. Bei mehreren Schülern wurden beachtliche künstlerische Begabungen entdeckt – was erkennbar zu neuem Selbstbewusstsein und wachsender Selbstsicherheit beitrug. Es ist gelungen, wirklich alle Schüler in die Projektarbeit zu integrieren, ihr Interesse zu wecken und ihnen die Möglichkeit zu eröffnen, eigene Ideen zu entwickeln und tätig zu verfolgen. Gemessen an ihrem sonstigen Schulalltag war das ungewohnt, aber auch sehr befreiend und beflügelnd für sie.

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